Wie schmeckt Mährisch-Schlesien

Erkunden Sie die Mährisch-Schlesische Region auf etwas andere Art. Erfahren Sie nicht nur über ihre Geschichte, Persönlichkeiten und Natur, sondern entdecken auch den spezifischen Geschmack. Köstlichkeiten, die sonst nirgendwo zu finden sind, schließen Sie die Augen und lassen sich vom Duft hiesiger Spezialitäten entführen.

Man sagt, dass die Liebe durch den Magen geht, die lokale Küche mit der walachischen Kyselica, süßen Frgalen, Teschener Bigos, schlesischer Festente auf Äpfeln oder den Oder-Karpfen werden Sie sich verlieben. Und zum Essen probieren Sie Biere aus lokalen Brauereien, die es hier übrigens am dichtesten in Tschechien gibt, oder gönnen Sie sich nach dem Essen wohlverdiente Erholung in einem Bier-Bad. Das Wochenprogramm mit alltäglicher Verkostung hiesiger Spezialitäten beginnt im Schatten alter Häuser auf den Plätzen historischer Städte wie Nový Jičín (Neutitschein), Příbor (Freiberg) und Štramberk (Strahlenberg oder auch Stramberg). Unterkunft empfehlen wir für vier Nächte in der Umgebung dieser Städte.

1. TAG

Erster Tag nach der Ankunft in Nový Jičín (Neutitschein) kosten Sie die ausgezeichneten Torten mit köstlichem Kaffee, direkt im Besucherzentrum auf dem Platz, dessen regelmäßige quadratische Form durch erhaltene Arcaden gesäumt wird. Hier verbrachte der berühmte General Laudon die letzten Tage seines reichen Lebens. Hier finden Sie auch eine einzigartige Ausstellung, die der Technologie der Herstellung von Hüten gewidmet ist. Sie können selbst an die 300 verschiedener Hüte probieren, machen Sie ein Foto mit einem besonders ausgeflippten Originalstück und schicken Ihr Porträt den Freunden in die ganze Welt. Das Hutmuseum mit interessanten historischen Exponaten finden Sie im Žerotíner Schloss unweit des Platzes. Nicht weit entfernt besuchen Sie die romantische Burgruine Starý Jičín mit einer schönen Aussicht.

2. TAG

Den zweiten Tag lassen Sie sich vom Duft der frisch gebackenen Stramberger Ohren verlocken und besuchen Sie die Stadt Štramberk - Strahlenberg oder Stramberg. Hier, im städtischen Denkmalschutzgebiet, unter dem 40 m hohen und 10 m breiten gotischen Wachturm Trúba (Bergfried), kann man die alte, sagenumwobene Lebkuchenspezialität fast an jeder Ecke kosten. Der Platz des Mährischen Bethlehem, wie Štramberk manchmal genannt wird, lockt mit mehreren gemütlichen Restaurants. Hiesige Köche bereiten mit Liebe auch viele anderen Köstlichkeiten, mit angenehmer Begleitung des einzigartigen Bieres der städtischen Brauerei. Besuchen Sie auch den botanischen Garten in einem ehemaligen Kalksteinbruch und bewundern Sie für die Gegend typische einheimische Pflanzen- und Tierarten. Einen Besuch der Höhle Šipka lassen Sie sich auch nicht entgehen, diese machte Štramberk mit bedeutenden archäologischen Funden bekannt. Weltbekannt ist zum Beispiel der Unterkieferbruchteil eines Neandertalerkindes.

3. TAG

Am dritten Tag probieren Sie den Kräuterlikör, den gern auch Sigmund Freud getrunken hat. Besuchen Sie die Stadt Příbor (Freiberg), wo dieser berühmte Psychoanalytiker geboren wurde. Sein  Geburtshaus bietet eine weniger traditionelle Bekanntmachung mit seinen Gedanken sowie mit seinem Likör. Im Städtchen selbst blieb in vielen Gassen der Charme der alten Zeiten und Atmosphäre längst vergangener Jahrhunderte beibehalten. Das heutige Aussehen gab dem Städtchen der barocke Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg, in dem es 1626 von den Truppen des Generals Mansfeld und 1644 von den Schweden ausgebrannt wurde. In einigen Gassen der Altstadt gibt es jedoch auch heute noch das ursprüngliche Kiespflaster vom Mittelalter. Besuchen Sie auch das Regionale Museum in Kopřivnice – im Technischen Tatra Museum gibt es einzigartige Ausstellungsstücke historischer Fahrzeuge, Flugzeuge oder Eisenbahnwagons zu bewundern. Zum Beispiel der berühmte Triebwagen Slowakischer Pfeil (nationales Kulturdenkmal) oder eine Reihe Lastkraftwagen, darunter die legendären Tatras der Rallye Paris-Dakar.

4. TAG

Am vierten Tag wartet ein begleiteter Rundgang im Schloss Kunín (www.zamek.kunin.cz), einem der wertvollsten Barock-Schlösser Nordmährens und Schlesiens. Der ehemalige Landsitz der Grafen von Harrach, gebaut im 18. Jahrhundert unter der Leitung des Architekten J. Lukas von Hildebrandt. Erfahren Sie dank der einzigartigen Schlossausstellung über interessante Schicksale der Schlossbesitzer und Schüler der Schlossschule. Angenehmen Abend mit Übernachtung bietet das Schlossrestaurant Zu guter Gräfin, mit der Schlosskegelhalle, wo man auch wirklich kegeln kann. Leoš Janáček, eine bedeutende Persönlichkeit der Musikwelt, besuchen Sie im Ort Hukvaldy. Im dem Haus, wo Janáček die letzten Jahre seines Lebens verbracht hat, befindet sich eine kleine Gedenkausstellung. Wenn Sie Glück haben und zu der Zeit des Internationalen Musikfestivals Janáčeks Hukvaldy kommen, sollten Sie nicht diese einmalige Gelegenheit verpassen, seine Werke im wundervollen Ambiente der Burgruine und des umliegenden Waldparks zu hören. Zu jeder Jahreszeit lohnt es sich aber durch den Wald hoch zu der Burg aufzusteigen. Auf dem Weg können Sie Hirsche und Mufflons beobachten, durch die der hiesige Waldpark bekannt ist. Genießen Sie auch die berühmten Hukvalder Kuchen, die in hiesiger Bäckerei verkauft werden. In Frýdek-Místek testen Sie den Honigkuchen Marlenka, der heute in die ganze Welt exportiert wird und sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit freut. Besuchen Sie die Produktion des Honigkuchens, erfahren Sie über seine Geschichte  und entdecken Sie weitere lokalen Süßigkeiten. Nach anspruchsvollem Tag finden Sie Erfrischung in der Wasserwelt Olešná (en.aquapark-olesna.cz). Die nächsten Tage wohnen Sie (3 Nächte) in der Stadt Ostrava – im Herzen der Mährisch-Schlesischen Region und entdecken die Spezialitäten mit Beigeschmack der Hütten und Bergwerke.

5. TAG 

Den fünften Tag besuchen Sie den Unteren Bereich von Vítkovice – ein einzigartiges Gelände voll attraktiver Verlockungen. Beginnen Sie mit der Aussicht vom Hochofen Nr. 1, die Aussichtsplattform ist mit dem Aufzug erreichbar (wie einst Eisenerz). Überraschend erwartet Sie der Blick auf die grünste Stadt der Tschechischen Republik. Vergessen Sie aber auch nicht den Blick in den „Kessel“ des Hochofens. Erfahrene Begleiter erzählen Ihnen über die Geschichte, Technologie der Produktion, oder auch über Rothschild, dem Eigentümer der Vitkovicer Eisenwerke und seine Familie. Im Gong, dem ehemaligen Gastank, vom Architekten Josef Pleskot umgebaut, können Sie zum Beispiel eine Ausstellung moderner Kunst besuchen. Wählen Sie aus dem attraktiven Programm des Gongs und verbinden Ihren Besuch mit einem unvergesslichen Musik- oder Theatererlebnis. Erwachsene, aber vor allem auch Kinder erleben viel Spaß in der U6, der Kleinen Welt der Technik. Hier ist es strengst geboten die ausgestellten Gegenstände zu berühren. Die Große Welt der Technik wird 2014 geöffnet. Für 14 Tausend m2 Spaß und Erkundung wird es dann allerdings heißen, einen weiteren Tag in Ostrava einzuplanen. Die Besichtigung im Unteren Bereich von Vítkovice lassen Sie bei einem schäumenden Glas Pikard und schmackhaften Spezialitäten der unweit liegenden Brauerei im Schloss Zábřeh ausklingen, das zwischen 2004-2007 aufwendig rekonstruiert wurde. Seit September 2007 befindet sich hier ein historisches Designhotel mit hauseigener Brauerei (mit nach 400 Jahren erneutem Betrieb). Ein Bier- & Weinbad gehört auch dazu.

6. TAG

Den sechsten Tag durchsuchen Sie ein weiteres Kulturdenkmal, Bergwerk Michal. Begrüßt werden Sie nach bergmännischer Art: „Glückauf!“ Werden Sie Bergmann und lernen den Weg kennen, den jeden Tag vor dem Runterfahren alle Kumpel absolvieren mussten. Zu bewundern gibt es einzigartige Kettengarderoben, Baderäume, Umkleideräume, Dispatching oder die Energiezentrale. Am Ende des Rundgangs zeigt Ihnen der Begleiter – ein ehemaliger Bergmann – alles, was zu tun ist, bevor eine Glühbirne erleuchtet. Nach dem Rundgang wartet eine Erholung in der „Bergmannskneipe“ mit einer echten „Bergmannsfahne“ oder „Bergmannsjause“. Unweit des Bergwerks Michal befindet sich der flächenmäßig zweitgrößter Tierpark in der Tschechischen Republik (www.zoo-ostrava.cz/en/). Neu errichtete Pavillons, Restaurants, ein Streichelzoo mit Spielplätzen, Tiere füttern, begleitete Führungen. Vergessen Sie nicht einer echten ostrauer VIP Persönlichkeit Besuch zu erstatten – Rashmi, erstem Elefantenkalb geboren in der Tschechischen Republik. Am Abend wartet die Stodolní Straße – der Ort mit größter Konzentration von Clubs, Bars und Kneipen in der ganzen Region.

7. TAG

Am siebenten Tag heißt es Abschied von Ostrava und der Region zu nehmen, allerdings stilgerecht beim Runterfahren in die älteste Kohlegrube. Im Sauseschritt in die älteste Kohlegrube runterfahren, authentischen Bergwerklärm erleben, funktionsfähige alte Bergwerkmaschinen bewundern, Erzählungen ehemaliger Bergleute zuhören und Wissenswertes über den Rettungsdienst erfahren. Auf dem Museumsgelände befindet sich auch das Restaurant Harenda Barborka mit ausgezeichneten Bergmannsgerichten. Als Mitbringsel empfiehlt sich eine kleine Landeker Venus (die einzig schlanke in Europa), ohne die Sie Ostrava einfach nicht verlassen können.

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